Den Weg des Wassers verfolgen

Eine Regenwasseranlage lässt sich als Weg mit mehreren Kontrollpunkten verstehen. Bestimmen Sie die angeschlossene Dachfläche, verfolgen Sie Rinnen und Fallrohre bis zum Zulauf und anschließend den Ablauf bis zur Entnahmestelle. Eine große, nicht angeschlossene Dachfläche liefert keinen Beitrag. Zeichnen Sie diesen Weg vor dem Vergleich von Speichern; fehlende Verbindungen verändern die Planung oft wesentlich.

Sammlung, Speicherung und Förderung trennen

Sammlung bezeichnet den Zufluss. Speicherung beschreibt das zwischen Regenereignissen zurückgehaltene Wasser. Förderung entscheidet, ob dieses Wasser die gewünschte Anwendung mit ausreichendem Durchfluss erreicht. Diese Größen sind nicht austauschbar. Eine volle Tonne kann genug Wasser für ein Beet enthalten, während der Druck für ausgewählte Tropfer fehlt. Wassermenge und Druck benötigen getrennte Prüfungen.

DAS BEISPIEL AUF EINEN BLICKEin Regenereignis, drei verschiedene Mengen
Speicherzufluss576 L
Im Speicher behalten400 L
Überlauf176 L

Der freie Platz begrenzt die gespeicherte Menge, auch bei höherem Zufluss.

60 m² × 12 mm × 0,80; 500-L-Speicher mit 100 L Anfangsbestand; keine Entnahme.

Ein nachvollziehbares Beispiel

Angenommen werden 60 m² angeschlossene horizontale Dachfläche, ein Regenereignis mit 12 mm und ein beispielhafter Gesamtnutzungsfaktor von 0,80. Brutto entstehen 60 × 12 = 720 Liter; geschätzter Speicherzufluss sind 576 Liter. Enthält ein 500-Liter-Speicher bereits 100 Liter, passen davon nur 400 Liter hinein. Die übrigen 176 Liter benötigen einen vorgesehenen Überlaufweg.

Die tatsächliche Nutzung festlegen

Definieren Sie vor dem Kauf eine konkrete Nutzung: Zierbeete gießen, eine zulässige Außenentnahme versorgen oder eine andere örtlich erlaubte Anwendung. Trennen Sie Nichttrinkwasserstellen sicher von der Trinkwasserinstallation und holen Sie für Gebäudeanschlüsse örtlichen Fachrat ein. Verfügbares Regenwasser ist nicht automatisch für jede Aufgabe geeignet. Ein Laubsieb weist keine Trinkwasserqualität nach.

Die Inbetriebnahme beobachten

Beobachten Sie bei geeignetem Regen den Zulauf von einem sicheren Standort am Boden. Vergleichen Sie den Wasserstandsanstieg mit der Ereignisrechnung und dokumentieren Sie Wasser, das vor dem Speicher verloren geht. Messen Sie danach die Füllzeit eines bekannten Behälters am Auslauf. Dieses Protokoll liefert einen Ausgangswert, mit dem spätere Filterverstopfungen leichter auffallen.

Grenzen der Rechnung

Das Beispiel setzt ein einzelnes Ereignis, einen festen Nutzungsfaktor und keine gleichzeitige Entnahme voraus. Es beschreibt weder saisonale Versorgungssicherheit noch Wasserqualität, Tragfähigkeit oder Entwässerungsleistung. Für Jahresplanung brauchen Sie zeitlich aufgelöste Daten. Lassen Sie Fundament und Überlauf fachlich beurteilen: Ein Liter Wasser bringt ungefähr ein Kilogramm Masse mit, zusätzlich zum Eigengewicht des Behälters.

Prüfliste vor der Bestellung

  • Beitragende Fallrohre bestimmen.
  • Horizontale Fläche statt geneigter Dachoberfläche messen.
  • Zulässige Anwendungen festhalten.
  • Sicheren Überlauf vorsehen.
  • Zugang zu Sieben und Ventilen schaffen.
  • Verfügbaren Förderdruck prüfen.
  • Wartungsverantwortung festlegen.